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Bileam

(Balaam)


Bibeltext: 4. Mose 22-24

Lehre: Gott regiert.


Bibelvers: Matthäus 28,18 Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.


Wer regiert in unserem Land? Vielleicht kennst du dich ein bisschen mit Politik aus und weißt, dass es einen Bundeskanzler gibt. Aber er kann nicht allein entscheiden. Er muss sich mit der ganzen Regierung abstimmen und gemeinsam entscheiden.


Aber wer regiert die Welt? Wer bestimmt, was in der Welt geschieht? Das ist Gott. Viele Dinge entscheiden wir Menschen selbst. Aber nur, weil Gott uns entscheiden lässt. Trotzdem hat er die Macht, jederzeit einzugreifen und zu bestimmen, dass etwas anderes geschieht.


Damals, zur Zeit, als das Volk Israel in der Wüste unterwegs war, war Balak König der Moabiter. Er war mächtig und konnte viele Dinge entscheiden. Aber jetzt hatte er Angst. Er stand auf einem Hügel und sah das große Volk Israel. Er konnte es kaum zählen. „Wenn sie uns angreifen, dann verlieren wir“, befürchtete er. Er war ein mächtiger König, aber jetzt wusste er nicht, was er tun konnte. Doch dann fiel ihm Bileam ein. Bileam war ein Seher. Das ist so etwas wie ein Prophet. Und oft hat Bileam auch Menschen gesegnet oder verflucht. Das heißt, er hat etwas Gutes über sie gesagt und ihnen Gutes gewünscht. Oder er hat etwas Schlechtes gesagt. Und manchmal geschah auch genau das, was er gesagt hatte. „Wenn Bileam das Volk Israel verflucht, dann kann ich es besiegen“, dachte sich Balak. „So kann ich bestimmen, was geschieht.“


Aber das stimmt nicht. Wir können manche Dinge entscheiden. Aber wir können zum Beispiel nicht bestimmen, ob Gott jemanden segnet oder nicht. Wir können uns den Wetterbericht anschauen und uns warme Kleidung anziehen. Aber wir können nicht bestimmen, wie das Wetter wird. Aber Gott kann das alles. Gott ist allmächtig, er regiert. Ich denke nicht, dass Gott jedes Mal direkt entscheidet, ob die Sonne scheint oder nicht. Aber er kann es. Und wenn es wichtig ist, dann tut er es auch.


Bileam war zwar ein Seher, der Menschen segnete oder nicht. Aber er konnte nicht über sie entscheiden. Doch Balak wollte Bileams Hilfe. Sofort schickte er Boten zu Bileam. Es waren mächtige Leute, die sich auf den Weg zu Bileam machten, und sie hatten viel Geld dabei. Als sie nach langer Reise bei Bileam angekommen waren, baten sie ihn, mitzukommen: „Wir brauchen deine Hilfe, Bileam. An unserer Grenze lagert ein Volk. Komm und verfluche das Volk, dann können wir es besiegen.“ Bileam schaute das Geld an. Er hätte es gerne gehabt. Aber er war sich nicht sicher, was er tun sollte. „Bitte übernachtet heute bei mir im Haus. Ich werde Gott fragen und euch dann morgen früh sagen, ob ich mitkommen werde.“ Als Bileam mit Gott darüber sprach, sagte Gott: „Geh nicht mit ihnen! Ich habe das Volk Israel gesegnet, deshalb sollst du es nicht verfluchen.“


Gott regiert. Deshalb sollen wir auch auf ihn hören. Das tat Bileam und schickte die Boten weg. Balak war sehr enttäuscht, als er hörte, dass Bileam nicht mitgekommen war. „Vielleicht will er nur mehr Geld“, überlegte er. Er schickte also wieder Boten zu Bileam. Es waren noch mächtigere Männer, die noch viel mehr Geld mitbrachten. „Bileam, komm bitte mit zu Balak und verfluche das Volk. Er wird dich reich belohnen. Er wird dir geben, was du möchtest“, baten sie. Das hörte sich gut an! Aber Bileam wollte Gott gehorchen. „Ich werde Gott noch einmal fragen“, erklärte er. „Bleibt über Nacht hier. Morgen kann ich euch sagen, ob ich mitkomme oder nicht.“


Bileam fragte Gott. Und in der Nacht sprach Gott wieder zu Bileam. „Die Männer sind gekommen, um dich abzuholen? Dann gehe mit ihnen. Aber tue nur das, was ich dir sagen werde!“ Am nächsten Morgen gab Bileam den Boten von Balak sofort Bescheid: „Ich komme mit euch! Denn Gott hat es mir erlaubt. Aber ich werde nur tun, was Gott mir sagt!“ Schnell machten sie sich auf den Weg zu Balak.


Bileam ritt auf seinem Esel. Genau genommen war es eine Eselin. Unterwegs dachte er an das Geld, das Balak ihm versprochen hatte. Das wollte er schon gerne haben. Bileam hoffte, dass Gott ihm erlaubte, das Volk zu verfluchen. Denn dann wäre er sehr reich.


Geht es dir manchmal so, dass du eigentlich weißt, was Gott möchte, aber irgendeinen Grund suchst, es trotzdem nicht zu tun? Bileam wusste, dass Gott das Volk Israel segnen wollte. Aber eigentlich hoffte er etwas anderes. Wenn Gott etwas entscheidet, dann ist das richtig. Wenn Gott sagt, wir sollen unseren Nächsten lieben, dann ist das richtig. Dann hoffe nicht darauf, dass der andere dich ärgert, sodass du ihn nicht mehr lieben musst. Auch dann sollen wir den Nächsten lieben, denn es ist ein Gebot von Gott und Gott ist der Herr. Er regiert und er darf entscheiden.


Gott wusste, wie Bileam dachte. Und deshalb schickte Gott einen Engel mit einem Schwert zu Bileam. Plötzlich lief Bileams Esel vom Weg herunter mitten ins Feld. Bileam erschrak. Was war denn nur mit seinem Esel los? Er schaute sich um, aber er sah nichts. Der Esel aber sah etwas. Der Esel sah den Engel Gottes auf dem Weg stehen. Deshalb lief er vom Weg ins Feld. So konnte er an dem Engel vorbeigehen. Bileam wurde zornig auf seinen Esel. Er nahm seinen Stock und schlug ihn, bis er wieder auf dem Weg war. Bileam konnte den Engel nicht sehen.


Der Esel lief weiter, aber bald stand wieder der Engel vor ihm auf dem Weg. Jetzt waren an den Seiten Mauern, sodass der Esel nicht ins Feld laufen konnte. Er drängte sich ganz nah an die Mauer, um so an dem Engel vorbeizukommen. Bileam stieß mit seinem Fuß an die Mauer und schlug seinen Esel wieder. Doch dann stand der Engel wieder auf dem Weg, mit seinem Schwert in der Hand. Jetzt war die Stelle so eng, dass der Esel keinen Platz fand, um an dem Engel vorbeizukommen. Der Esel blieb stehen und bewegte sich nicht mehr.


Jetzt wurde Bileam richtig zornig. Er schlug wieder seinen armen Esel. Auf einmal hörte Bileam, wie sein Esel mit ihm redete. Gott regiert. Er kann alles, er kann sogar Tiere reden lassen. „Warum schlägst du mich?“, fragte der Esel Bileam. Und dann ließ Gott Bileam den Engel auch sehen. Bileam erschrak sehr. Schnell stieg er von seinem Esel ab und warf sich vor dem Engel nieder. „Wenn dein Esel nicht ausgewichen oder stehen geblieben wäre, dann hätte ich dich getötet,“ sagte der Engel. Jetzt verstand Bileam, dass der Esel ihm das Leben gerettet hatte. Aber Gott hatte Bileam noch mehr zu sagen: „Du handelst falsch“, sagte der Engel, „deshalb bin ich gekommen, um dich aufzuhalten.“ Gott hatte entschieden, dass Bileam das Volk Israel nicht verfluchen sollte. Gott ist der Herr, aber Bileam hatte nicht darauf hören wollen und in seinen Gedanken schon das Geld von Balak gezählt. Aber jetzt erkannte er wieder, dass Gott der Herr war. „Es tut mir leid“, sagte Bileam. „Wenn du möchtest, dann kehre ich wieder um. Ich will dir gehorchen.“


Bist du bereit, Gott zu gehorchen, auch wenn es dir schwerfällt? Gott ist der Herr. Er regiert. Und er regiert gut. Wenn Gott etwas entscheidet, dann ist das auch gut für uns. Du kannst ihm vertrauen. Bileam hatte vielleicht gedacht: „Ich brauche das Geld, sonst kann ich mir nichts zu essen kaufen.“ Aber du kannst Gott vertrauen. Er regiert. Er kann dir helfen. Deshalb höre auf Gott und vertraue ihm, dass er dir hilft, wenn du ihm gehorchst.


Gott wollte nicht, dass Bileam umkehrte. Stattdessen sagte der Engel: „Geh zu Balak! Aber tue nichts anderes, als ich dir sagen werde.“ So zog Bileam weiter und kam endlich bei Balak an. Sie standen auf einem Hügel und sahen das Volk Israel. „Verfluche es, damit ich es besiegen kann!“, sagte Balak zu Bileam. Aber Bileam hatte verstanden, dass nicht er selbst entscheiden konnte, ob das Volk Israel verflucht oder gesegnet ist. Er wusste, Gott ist der Herr und regiert. Deshalb wollte er auf Gott hören. „Ich werde Gott fragen“, sagte er. Dann bauten sie Altäre, opferten Gott und dann sprach Bileam: „Balak, du hast mich holen lassen, damit ich das Volk Israel verfluche. Aber wie kann ich das tun? Wie kann ich fluchen, wenn Gott es nicht tut?“ Balak wurde unruhig, als er das hörte. Aber Bileam sprach weiter: „Ich sehe das Volk Israel, und es ist ein unendlich großes Volk, ein starkes Volk. Es wird immer größer werden und es wird seine Feinde besiegen.“


Jetzt reichte es Balak. „Was tust du da?“, unterbrach er Bileam, „Du sollst das Volk verfluchen, aber stattdessen segnest du sie.“ „Ich kann nur das sagen, was Gott mir sagt“, erwiderte Bileam. Auch, wenn Bileam etwas anderes gesagt hätte, hätte er keine Macht gehabt, über das Volk Israel zu entscheiden. Gott hatte entschieden, dass das Volk gesegnet sein sollte. Deshalb konnte niemand etwas dagegen tun. Gott hat versprochen, für seine Kinder zu sorgen. Wenn du sein Kind bist, dann kann niemand etwas dagegen tun. Dann ist Gott immer für dich da und sorgt für dich. Gott ist allmächtig, und wenn er etwas entscheidet, dann geschieht das immer. Deshalb konnte Bileam das Volk Israel auch nicht verfluchen.


Balak wollte ihm noch eine Chance geben: „Wir gehen woanders hin. Vielleicht erlaubt Gott dir von dort, das Volk zu verfluchen.“ Aber auch von dort segnete Bileam das Volk Israel. Balak versuchte es noch einmal mit einem dritten Ort. „Das Volk Israel ist ein sehr mächtiges Volk. Es wird immer genug Wasser und genug zu essen haben“, begann Bilam, „Es wird reich sein und mächtige Könige haben.“ Bileam segnete das Volk Gottes wieder, denn Gott hatte entschieden, das Volk zu segnen. Und dann hatte Bileam noch eine Botschaft für Balak. Gott sprach durch ihn. „Hör zu, was Gott dir sagt, Balak. In weiter Zukunft wird es einen großen Herrscher aus Israel geben. Er wird die ganze Welt beherrschen und er ist viel stärker als du und die anderen Völker.“ Bileam sprach von Jesus. Jesus wird einmal als König wiederkommen und dann über die ganze Welt regieren. Jetzt sehen wir Gott nicht und trotzdem regiert er. Er lässt manche Dinge geschehen, aber nur, weil er einen guten Plan hat. Aber wenn Jesus wiederkommt, dann wird er sichtbar auf der Erde als König regieren.


Gott regiert. Er ist ein allmächtiger Herrscher. Und er ist ein guter Herrscher, dem du vertrauen kannst. Niemand ist mächtiger als er. Auch Balak war nicht mächtiger als Gott. Bileam konnte das Volk, das Gott gesegnet hatte, nicht verfluchen. Auch wenn er es gewollt hätte. So stieg Bileam auf seinen Esel und ritt wieder nach Hause zurück.