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(Gesetzgebung am Berg Sinai/ Horeb)
Bibeltext: 2. Mose 20,1-17; (5. Mose 5,6-21)
Lehre: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben..
Bibelvers: Lukas 10,27 (Elb): Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.
Das Volk Israel war gerade am Berg Sinai in der Wüste. Wisst ihr noch, wo sie herkamen? Sie kamen aus Ägypten. Jakob war vor vielen Jahren mit seiner großen Familie nach Ägypten gezogen, als es eine Hungersnot gab und sein Sohn Josef der zweitmächtigste Mann in Ägypten war. Dort waren sie ein großes Volk geworden. Wahrscheinlich waren es jetzt etwa 2 Millionen Israeliten. Aber weil der Pharao sie in Ägypten als Sklaven arbeiten ließ, befreite Gott sie aus Ägypten. Jetzt waren sie auf dem Weg in das Land, das Gott ihnen geben wollte.
Am Berg Sinai geschah etwas Besonderes. Gott redete zu ihnen und sagte, dass sie sein Volk sein sollten. Wow. Die ehemaligen Sklaven sollten jetzt das Volk Gottes sein. Die Israeliten wussten, dass Gott ein viel besserer Herrscher war als der Pharao, deshalb wollten sie das gerne. Sie wollten nicht mehr länger auf den Pharao hören. Sie wollten von jetzt an auf Gott hören.
Beim Pharao war es immer einfach gewesen. Er hatte bestimmte Gesetze, die jeder kannte. Daran konnten sie sich einfach halten. Und wenn er etwas wollte, dann kamen seine Boten und sagten es. Die Israeliten, die Sklaven, hatten keine Wahl und mussten dann einfach gehorchen. Aber jetzt war nicht mehr der Pharao ihr Herrscher, sondern Gott selbst. Doch wie sollte das jetzt sein? Gott war ja kein menschlicher Herrscher. Woher sollten sie denn wissen, was Gottes Gesetze waren?
Braucht man denn überhaupt Gesetze? Ist es nicht viel besser, wenn jeder selbst entscheiden kann, was er macht? Stell dir mal vor, jeder entscheidet selbst, ob er an der roten Ampel hält oder nicht. Dann gäbe es ein riesiges Chaos. Man käme auf den Straßen nicht mehr weiter und es gäbe sehr viele Unfälle. Und stell dir vor, jemand kommt zu dir und nimmt dir ein Spielzeug weg und sagt: Ich will selbst entscheiden, was ich mache. Manchmal stören Gesetze, aber Gesetze und Regeln sind wichtig, wenn Menschen ohne Probleme zusammenleben wollen. Deshalb sagten die Israeliten: „Es ist gut, wenn Gott uns Gesetze gibt. Wir wollen uns daran halten.“
Gott selbst gab dem Volk Israel Gesetze. Es waren sehr viele Gesetze, es war ja auch ein großes Volk. Da musste vieles geklärt sein. Gott sprach mit Mose und Mose schrieb alles auf. Aber dann rief Gott Mose noch einmal auf den Berg Sinai. Dort wollte Gott Mose zwei Steintafeln geben. Auf diesen zwei Steintafeln hatte Gott selbst die 10 wichtigsten Gebote für das Volk Israel aufgeschrieben. Die 10 Gebote.
Die ersten Gebote gingen um die Beziehung der Menschen mit Gott. Gott sprach: „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Die Israeliten sollten nicht mehr die Götzen aus Ägypten anbeten, sondern nur noch Gott, den Herrn. Diese Gebote oder Gesetze hat Gott dem Volk Israel, seinem Volk, gegeben. Das heißt, sie galten für das Volk Israel. Aber auch wir Christen sind Gottes Volk. Gott hat uns im Neuen Testament auch Gebote gegeben. Und auch aus den Geboten für das Volk Israel können wir sehen, was Gott wichtig ist. Auch für uns gilt, dass wir keine anderen Götter anbeten sollen. Wir sollen nicht zu irgendwelchen Menschen oder zu Engeln beten, sondern nur zu Gott allein. Und Gott allein soll unser Herr sein, auf den wir hören.
Im zweiten Gebot heißt es: Du sollst dir kein Bildnis machen. In Ägypten gab es viele Götterbilder. Die Menschen hatten sich überlegt, wie Gott wohl aussehen könnte. Aber Gott wollte das nicht. Wir wissen nicht, wie Gott aussieht. Deshalb sollen wir auch kein Bild malen und sagen, das ist Gott. Wir sollen keine Figur herstellen und sie anbeten und sagen, sie sei Gott. Gott kann man nicht sehen. Aber wir können in der Bibel lesen, wie er ist. Deshalb können wir Gott kennenlernen, auch wenn wir ihn nicht sehen.
Das dritte Gebot ist: Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen. Hast du schon mal gehört, dass jemand „Mein Gott“ gesagt hat, oder „Oh Gott“? Meist meinen die Leute Gott gar nicht damit. Stell dir mal vor, jemand sagt ständig: „Oh …!“ (Name eines Kindes einsetzen.) Und dann antwortest du, aber der andere sagt nur: „Das meinte ich doch gar nicht so.“ Das würde dir auch nicht gefallen, oder? Wir dürfen mit Gott reden, immer, egal, wo wir sind, und über alles, was wir wollen. Wenn wir mit Gott reden, dann sollen wir das ernst nehmen und auch wirklich mit Gott reden und an Gott denken.
Das vierte Gebot ist: Du sollst den Feiertag heiligen. Die Israeliten sollten einen Tag haben, den Sabbat, an dem sie nicht arbeiten sollten. Stattdessen sollten sie sich Zeit für Gott und zum Ausruhen nehmen. Für uns ist der Sonntag ein besonderer Tag, den Gott uns geschenkt hat. Dieser Tag ist zum Ausruhen da und dazu, dass wir uns besonders Zeit für Gott nehmen. Wir gehen in den Gottesdienst und haben Zeit mit unserer Familie. Es ist schön, dass wir einen Tag haben, an dem wir mal nicht arbeiten müssen, sondern uns wirklich Zeit für Gott nehmen können.
Diese ersten vier Gebote zeigten, wie die Beziehung der Israeliten zu Gott sein sollte. Jesus hat die 10 Gebote in zwei Geboten zusammengefasst. Das erste ist (Lukas 10,27): „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand.“ Gott sollte für die Israeliten die wichtigste Person sein, genauso wie auch für uns. Wie wichtig ist dir Gott? Ist er der einzige Gott für dich? Ehrst du ihn, wenn du von und mit ihm redest, und nimmst du dir Zeit für ihn?
Die Beziehung zu Gott ist die wichtigste Beziehung. Und direkt danach kommt die Beziehung zu anderen Menschen. Jesus sagte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben … und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wenn du andere Menschen liebst, dann wirst du ihnen auch nichts Böses tun. Gott hätte den Israeliten auch einfach sagen können: Liebt euren Nächsten. Aber manchmal ist es für uns einfacher, wenn wir genau wissen, wie wir das tun können. Deshalb schrieb Gott noch die anderen 6 Gebote auf die Steintafeln.
Das 5. Gebot lautete: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ Deine Eltern haben die Verantwortung für dich. Sie passen auf dich auf. Deshalb sollst du sie ehren. Das heißt, du sollst tun, was sie sagen. Und du sollst freundlich zu ihnen sein und zum Beispiel nicht schlecht über sie reden.
Das nächste Gebot hieß: „Du sollst nicht töten!“ Gott liebt jeden Menschen, und deshalb dürfen wir andere Menschen nicht töten. Vielleicht denkst du dir, dieses Gebot ist leicht zu halten, denn du würdest eh niemanden umbringen. Aber Jesus hat gesagt, wenn du jemanden beleidigst oder beschimpfst, dann ist das genauso schlimm. Wenn du „Blödmann“ zu jemandem sagst, dann ist es, als wenn du ihn getötet hast. Wenn du deinen Nächsten liebst, dann bringst du ihn nicht um, aber dann beleidigst du ihn auch nicht.
Das 7. Gebot heißt: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Wenn du mal heiratest, dann sollst du auch mit der Person zusammenbleiben, auch wenn du dich mal streitest. Ehemann und Ehefrau gehören zusammen.
„Du sollst nicht stehlen!“, schrieb Gott als Nächstes. Ich denke, das ist für die meisten von uns klar. Niemand möchte, dass andere einem etwas wegnehmen. Deshalb sollten wir auch anderen nichts stehlen.
Das 9. Gebot hieß: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Das heißt, du sollst über andere nichts Falsches sagen. Vielleicht erzählt dir jemand etwas über einen Klassenkameraden. Du weißt aber gar nicht, ob das wirklich stimmt. Erzähle es nicht weiter. Bleibe bei der Wahrheit.
Das letzte der 10 Gebote ist: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus …, noch alles, was dein Nächster hat.“ Wir sollen nicht stehlen. Aber wir sollen auch nicht neidisch sein. Wenn andere etwas haben, was du auch gerne hättest, dann versuche, dich mit ihnen darüber zu freuen. Sei zufrieden mit den Dingen, die du selbst hast.
Gott hat den Israeliten diese 10 Gebote aufgeschrieben. Vielleicht fallen dir noch mehr Gebote ein, die dir wichtig wären. Vielleicht hättest du es gerne, wenn es ein Gebot gibt: „Du sollst andere nicht schlagen“. Dann könntest du das deinem Bruder sagen, wenn er dich wieder einmal schlägt. Aber die 10 Gebote sind nur einige von Gottes Geboten. Gott hatte den Israeliten noch viel mehr Gebote gegeben. Aber diese 10 hat er betont. Das heißt aber nicht, dass die anderen unwichtig sind. Und es geht bei den Geboten nicht darum, dass wir uns einfach nur an Regeln halten. Deshalb hat Jesus sie auch zusammengefasst und gesagt, wir sollen Gott lieben und unseren Nächsten. Das ist das Wichtigste. Wenn wir Gott lieben, dann werden wir seinen Namen nicht missbrauchen. Wenn wir unseren Nächsten lieben, dann werden wir ihn nicht bestehlen oder neidisch auf ihn sein.
Schaffst du es immer, alle Gebote Gottes zu halten? Das kann niemand wirklich schaffen. Aber Gott weiß das. Wenn wir seine Gebote nicht gehalten haben, wenn wir gesündigt haben, dann können wir zu ihm kommen, und ihn um Vergebung bitten. Jesus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Deshalb bitte ihn, dass er in dein Leben kommt und deine Sünde wegnimmt. Und dann bitte Gott, dass er dir immer mehr dabei hilft, Gott zu lieben und deinen Nächsten zu lieben.
Gesetze und Regeln sind für das Zusammenleben wichtig. Deshalb hatte Gott den Israeliten die Gebote und besonders die 10 Gebote gegeben. Deshalb hat Gott uns auch viele Gebote gegeben und vor allem das wichtigste Gebot, dass wir Gott von ganzem Herzen lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. Die Antwort der Israeliten auf die Gebote war: „Wir wollen alles tun, was Gott uns gesagt hat.“ Ist das auch deine Antwort?