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Die Bibel - Gottes Wort - Hintergrundwissen


Die Bibel ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens. In der Natur können wir einige Eigenschaften Gottes erahnen, wie die Herrlichkeit Gottes, seine Allmacht oder seine Kreativität (Psalm 19,2). Alles Weitere aber, wie sein Wesen oder sein Plan mit uns Menschen, können wir nur erkennen, weil Gott selbst sich in der Bibel offenbart hat.


Entstehung:
Die Bibel ist in zwei Abschnitte eingeteilt, das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT). Sie enthält 66 Bücher, 39 davon im AT, 27 im NT. Die frühesten Bücher wurde etwa 1500 vor Christus geschrieben (Bücher Mose) und die spätesten im ersten Jahrhundert nach Christus (NT-Bücher). Das AT wurde zum größten Teil auf Hebräisch verfasst, einige Texte auch auf Aramäisch. Das NT dagegen ist in Griechisch geschrieben worden. Insgesamt gibt es etwa 40 unterschiedliche Verfasser mit unterschiedlicher Herkunft und Persönlichkeit. Darunter waren Anführer (Mose), Könige (David, Salomo), aber auch Zollbeamte (Matthäus), Fischer (Petrus) Schriftgelehrte (Paulus) oder ein Arzt (Lukas). Auch wenn die einzelnen Schreiber sehr unterschiedlich waren, so ist die Bibel doch ein Ganzes, ein zusammenhängender Bericht über Gottes Wirken mit den Menschen. Das liegt daran, dass Gott selbst der eigentliche Autor der Bibel ist. Er hat die einzelnen Verfasser gebraucht, um durch sie die Bibel zu schreiben. Somit ist die Bibel Gottes Wort, sein Brief an uns Menschen.


Inspiration:
Die Bibel kommt von Gott. Sie ist „inspiriert“. Das Wort kommt von dem griechischen Wort „theopneustos“, das „gottgehaucht“ bedeutet und aus 2. Tim 3,16 kommt. Dort steht: Alle Schrift ist von Gott „eingegeben“ (=„theopneustos“ - „gottgehaucht“ - „inspiriert“). "Schrift" ist eine andere Bezeichnung für das Wort Gottes, also die Bibel. In 2. Petrus 1,21 steht, dass die Verfasser der Bibel „vom Heiligen Geist getrieben“ wurden. Gott hat den Verfassern nicht die Bibel diktiert, aber er hat sie gebraucht und geleitet, so dass alles, was sie geschrieben haben, Wort für Wort dem Willen Gottes entsprach.


Irrtumslosigkeit der Bibel: Gott sagt immer die Wahrheit, deshalb ist die Bibel, Gottes Wort, wahr. Das heißt auch, dass sie keine Fehler enthält. Sie selbst stellt diesen Anspruch an sich, dass sie wahr ist (Psalm 119,160; Joh 17,17).
Auch für Jesus war es keine Frage, dass jedes Wort der ganzen damaligen Bibel (des AT) von Gott kam und somit absolut zuverlässig war. Er hat die Bibel wörtlich genommen und für ihn waren die Personen des AT reale historische Persönlichkeiten (Adam und Eva – Mt 19,4 / Noah – Mt 24,38 / Jona – Mt 12,40 / Abraham – Mt 8,11). Jesus nutzte sogar die grammatikalische Form von Versen des AT, um damit seine Lehre zu belegen (Mt 22,32 – Gott sagte „ich BIN der Gott Abrahams“ (nicht: ich WAR), daher existiert Abraham noch, also gibt es eine Auferstehung). Das heißt, Jesus hat das ganze AT als Wort für Wort von Gott kommend angesehen. Er hat sich darauf verlassen. Und auch wir können uns zu hundert Prozent auf die Bibel verlassen, sogar auf jedes einzelne Wort.
Warum ist das so wichtig?
Wenn die Bibel Fehler enthielte, und seien sie noch so klein, dann könnte auch jede andere Stelle der Bibel, z.B. die Verse über den Tod und die Auferstehung Jesu und über Gottes Liebe und seine Vergebung, falsch sein. Wenn die Bibel nicht ganz Gottes zuverlässiges Wort ist, dann hat unser Glaube keine zuverlässige Grundlage. Viele Menschen beginnen zu zweifeln, weil sie denken, sie könnten der Bibel nicht vertrauen. Dabei sagt die Bibel selbst deutlich, dass wir ihr in jedem Wort vertrauen können.


Bibel und Archäologie:
Die Ereignisse in der Bibel sind Vergangenheit, daher können sie nicht „wissenschaftlich bewiesen“ werden. Aber immer wieder werden Dinge gefunden, die die Bibel bestätigen.
- Hat man früher noch gesagt, es gäbe keinerlei Hinweise auf einen „Teich Siloah“ (Johannes 9,11), so hat man 2004 genau diesen Teich in Jerusalem entdeckt.
- Oft wurde angenommen, dass Pontius Pilatus (Lukas 3,1) keine historische Person war, da man nichts über ihn gefunden hatte, bis schließlich 1961 eine Inschrift gefunden wurde, die ihn als Stadthalter in Judäa bestätigte.
- Auch die Heilung am Teich Betesda (Joh 5,2) wurde angezweifelt, da es keine Hinweise für seine Existenz gab, bis er schließlich im Jahr 1888 gefunden wurde.
- Lange Zeit wurde auch bestritten, dass Belsazar (Daniel 5,1) je König von Babylon war. Aber auch dazu haben Archäologen 1854 Tonscherben gefunden, die bestätigen, dass Belsazar tatsächlich über Babylon regiert hat.
- Lange glaubten Zweifler nicht an die Existenz des Volkers der Hetiter (2. Könige 7,6), bis man 1906 Hinweise auf dieses Volk ausgegraben hat.
Dies sind nur einzelne Beispiele dafür, dass Menschen die Richtigkeit von biblischen Aussagen angezweifelt haben, später aber archäologische Funde genau diese Aussagen bestätigt haben.


Bibel und Wissenschaft:
Wenn die Bibel in allem Gottes Wort und zuverlässig ist, so muss sie dies auch in naturwissenschaftlichen Aussagen sein. Denn Gott ist der Schöpfer der Natur, daher ist er der, der viel besser über naturwissenschaftliche Fragen Bescheid weiß, als wir Menschen.
Das zeigt sich auch darin, dass schon in der Bibel davon beschrieben ist, dass die Erde im „Nichts“ hängt (Hiob 26,7). Der allgemeine Glaube früher war aber, dass die Erde auf irgendetwas aufliegen muss. Erst später hat man die Wahrheit der Bibel auch wissenschaftlich herausgefunden. Genau, wie auch die Form der Erde. Jesaja 40,22 redete bereits vom „Kreis“ oder „Kugel“ der Erde. Damit war er der Wissenschaft weit voraus.
Wir können uns auf die Bibel verlassen. Das gilt auch für das große Thema der Schöpfung. Dazu gäbe es viel zu sagen, hier aber nur soviel: Die Evolutions“theorie“ ist nur eine Theorie, die sogar von vielen (auch atheistischen) Wissenschaftler angezweifelt wird. Der Schöpfungsbericht dagegen ist ein Bericht, den Gott selbst uns gegeben hat, und Gott ist der einzige Augenzeuge der Schöpfung.


Kanon – Zusammenstellung der Bibel:
Die Bibel ist Gottes wahres Wort. Aber woher wusste man, was alles zur Bibel dazugehört? Wer hat entscheiden, dass es genau diese 66 Bücher sind und nicht mehr oder weniger?
Welches Buch von Gott inspiriert ist, also zur Bibel gehört, haben nicht Menschen entschieden, sondern Gott selbst. Er hat durch die Autoren geredet. Den Menschen, die diese Bücher direkt nach dem Verfassen gelesen haben, war das klar. Sie haben es direkt als Gottes Wort erkannt. Josua wusste zum Beispiel, dass die Bücher Mose Gottes Wort waren, die Propheten wussten, dass Gott durch die vorhergehenden Propheten geredet hat. Später haben dann Menschen diese Bücher, die von Gott kamen, gesammelt und zum sogenannten „Kanon“ der Bibel zusammengefügt. Bereits lange vor der Zeit Jesu wusste man, welche Bücher zum AT gehörten, nämlich die Bücher von 1. Mose bis zu Maleachi (auch wenn die Juden damals eine andere Einteilung und Reihenfolge hatten).
Auch die Empfänger der Schriften des NT wussten, als sie diese erhielten, dass Gott selbst dadurch zu ihnen redete. So wurden sie abgeschrieben, weitergereicht und gesammelt. Auch wenn einige Generationen später einige Bücher der Bibel von einzelnen angezweifelt wurden, hat man die Zweifel schließlich ausräumen können und eine Liste zusammengestellt mit allen Büchern, die zum Kanon der Bibel gehörten.
Zur Zeit der Reformation hat die Katholische Kirche im Konzil von Trient einige weitere Bücher als zur Bibel gehörig erklärt. Diese Bücher wurden zum großen Teil zwischen der Zeit des AT und des NT geschrieben, als das AT bereits abgeschlossen war. Da sie in dem ursprünglichem hebräischen AT nicht vorhanden sind und weder Jesus noch die Apostel diese Bücher als biblisch anerkannt haben, können sie auch nicht als von Gott inspiriert angesehen werden.
Seit dem ersten Jahrhundert nach Christus ist die Bibel abgeschlossen.


Abschriften und Übersetzungen:
Heute haben wir keine der Originalschriften mehr. Die Urtexte wurden immer wieder abgeschrieben und weitergegeben. Daher meinen manche, dass unsere „heutige Bibel“ im Gegensatz zur „ursprünglichen Bibel“ viele Unterschiede haben muss.
Lange kamen die ätesten Abschriften des AT etwa aus dem Jahr 900 n. Chr. Um 1950 wurden die „Schriftrollen vom Toten Meer“ entdeckt. Diese enthielten Abschriften von biblischen Büchern des AT, die teils aus dem Jahr 100 v. Chr. stammten. Untersuchungen haben ergeben, dass es kaum Abweichungen im Text zwischen den älteren und den neueren Texten gab. Die Funde in Qumran haben also gezeigt, wie sorgfältig und genau die Bibel jeweils abgeschrieben wurde.
Von den Büchern des NT gibt es sehr viele Abschriften oder auch Zitate, die bereits aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammen. Der ursprüngliche Bibeltext konnte so in den allermeisten Fällen sicher rekunstruiert werden. Die wenigen zweifelhaften Stellen (die meist in der Bibel mit einer Fußnote oder Randbemerkung gekennzeichnet sind), betreffen unwichtige Deteils.
Daher können wir davon ausgehen, dass unsere heutige deutsche Bibel (vorausgesetzt es handelt sich um eine wortgetreue Übersetzung), Gottes Wort entspricht, so wie er es den Schreibern der Bibel eingegeben hat.