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Barabbas


Bibeltext: Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Lk 23,13-25; Joh 18,39-40

Lehre: Jesus starb für dich.


Bibelvers: Jesaja 53,5b (Hfa): Er wurde für uns bestraft - und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott!


„Barabbas! Barabbas! Barabbas!“, schallte es immer wieder. Barabbas saß in seiner Gefängniszelle und lauschte dem Geschrei. Warum riefen die Menschen seinen Namen? Wahrscheinlich weil sie wollten, dass er endlich seine gerechte Strafe bekam. Barabbas seufzte. Dann dachte er noch einmal an die letzten Wochen zurück.


Barabbas war schon immer jemand, der seinen Mund auftat und sich wehrte. Und deshalb wollte er auch irgendwann nicht mehr zusehen, wie die Römer über Israel herrschten. „Das ist unser Land!“, sagte er zu seinen Freunden. „Die haben kein Recht, sich in unserem Land als Herrscher aufzuspielen.“ Manche seiner Freunde wollten nichts darüber wissen. „Man kann ja eh nichts gegen die Römer tun“, sagten sie, „da ist es besser, wenn wir uns wenigstens gut mit ihnen verstehen.“ Aber andere waren genau seiner Meinung. Und so sammelte Barabbas bald einige Leute um sich, die genau wie er, gegen die Römer waren.


„Wir wollen für die Freiheit kämpfen", beschlossen sie. Und das taten sie auch. Schließlich kam es soweit, dass sie einige römische Soldaten angriffen. Es gab einen großen Tumult. Und da passierte es dann auch, dass Barabbas einen der Soldaten tötete. Barabbas wurde gefangen genommen und kam ins Gefängnis. Die Anklage war hart: Aufruhr und Mord. Darauf gab es die Todesstrafe. Barabbas musste sterben, das wusste er. Er hatte es verdient. Er war schuldig.


Vielleicht denkst du: da ist er selbst dran schuld. Stimmt ja auch. Aber wir sind auch nicht viel besser als Barabbas. Du hast wahrscheinlich noch niemanden umgebracht. Aber vor Gott bist du trotzdem schuldig. Du und ich, wir sind alle Sünder, wir haben alle Dinge getan, die Gott nicht gefallen. Lügen, Stehlen, Ungehorsam, Lästern, das sind alles Sünden. Und die Strafe für die Sünde ist der Tod. Nicht, dass wir sofort sterben müssen, sondern der ewige Tod, die ewige Trennung von Gott. Niemand, der sündigt, kann zu Gott kommen. Wir sind schuldig, genau wie Barabbas.


Barabbas saß jetzt in seiner Zelle und hörte die Rufe. Er hatte nicht mitbekommen, was vorher geschehen war. Jesus war gefangen genommen worden und stand jetzt vor Pilatus. Es war kurz vor dem Passahfest und Pilatus hatte eine Gewohnheit. Jedes Jahr zu Passah ließ er einen Gefangenen frei. Das Volk durfte jemanden auswählen. „Pilatus, lass einen Gefangenen frei, so wie du es immer tust!“, rief das Volk. Pilatus überlegte kurz. Das war eine gute Gelegenheit. Er wusste, dass Jesus unschuldig war und deshalb wollte er gerne Jesus freilassen.


„Wollt ihr, dass ich euch Jesus freilasse?“, fragte er das Volk. „Jesus, den König der Juden?“ Pilatus überlegte kurz. Dann fiel ihm Barabbas ein, der Mörder, der auch im Gefängnis war. „Oder soll ich euch lieber Barabbas freigeben, den Mörder?“ Erst war das Volk ruhig, dann hörte man die ersten Leute rufen. Es waren die Hohenpriester und Ältesten des Volkes. „Gib uns Barabbas frei!“, riefen sie und dann stimmte nach und nach das ganze Volk mit ein. „Ja, lass Barabbas frei! Barabbas! Barabbas! Barabbas!“ „Was soll denn mit Jesus geschehen?“, fragte Pilatus. Das Volk antwortete schnell: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ Immer wieder riefen sie: „Kreuzige ihn!“


Barabbas saß in seiner Zelle. Er hatte alles andere nicht mitbekommen, nur die Rufe „Barabbas! Barabbas!“ Und dann hörte er. „Kreuzige ihn!“ Barabbas wusste, dass er selbst es verdient hatte. Er war schuldig. Weißt du, dass du schuldig bist? Wenn du schaust, wie heilig und perfekt Gott ist und dich mit ihm vergleichst, dann wirst du erkennen, dass du schuldig bist. Wenn du das erkennst, und weißt, dass du vor Gott schuldig bist und eigentlich den Tod verdient hättest, dann kannst du zu Gott beten. Sag es Gott, dass es dir leid tut und bitte ihn um Vergebung.


Barabbas wusste, dass er schuldig war. Deshalb wunderte er sich auch nicht, als er kurz danach Schritte vor seiner Zelle hörte. Die Tür wurde aufgeschlossen und ein Soldat schaute zu ihm hinein. „Mitkommen!“, befahl er ihm. Barabbas folgte ihnen. „Jetzt werden sie mich kreuzigen“, dachte er immer wieder. Die Soldaten brachten ihn zu Pilatus. Jetzt stand er dort und wagte es kaum, Pilatus anzuschauen. Pilatus wartete, bis die Soldaten Barabbas die Fesseln abgenommen hatten. Barabbas wunderte sich darüber. Dann hörte er die Stimme von Pilatus: „Du bist frei, du kannst gehen!“ „Wie bitte? Ich habe mich wohl verhört“, dachte Barabbas. „Ich, der Mörder, kann gehen? Ich bin frei?“ Aber er hatte sich nicht verhört. Er war tatsächlich frei.


Barabbas schaute sich um. Das Volk stand immer noch und schaute zu. Dann sah Barabbas Jesus. Jesus, der unschuldig war. Und Jesus war nicht frei. Jesus stand gefesselt vor dem Volk. Barabbas sah, dass der Rücken von Jesus von Blut überströmt war. Jesus war geschlagen worden, obwohl er doch unschuldig war. Erst nach und nach begriff Barabbas, was geschehen war. Eigentlich hätte er sterben müssen. Jesus war unschuldig und hätte freigelassen werden müssen. Aber es war ganz anders gekommen. Jesus wurde gekreuzigt, er starb an der Stelle von Barabbas. Und Barabbas war frei.


Jesus ist nicht nur für Barabbas gestorben. Jesus ist auch für dich gestorben. Er ist unschuldig und du und ich, wir haben den Tod verdient. Jesus hat die Strafe für deine Sünde getragen und ist gestorben. Und deshalb kann Gott dir vergeben. Bitte Gott um Vergebung und glaube daran, dann Jesus für dich gestorben ist. Weil Jesus gestorben ist, kannst du frei sein. Du kannst das ewige Leben haben und für immer mit Gott zusammen sein.


Barabbas war frei und ging schnell nach Hause. Nie vergaß er, dass er eigentlich den Tod verdient hätte, aber dass Jesus stattdessen gekreuzigt wurde und er frei war. Bist du frei? Jesus ist für dich gestorben. Wenn du daran glaubst und Gott um Vergebung deiner Schuld bittest, dann vergibt er dir und du hast das ewige Leben. Dann bist du frei, so wie Barabbas.